FfS 03/09 “Co-abhängiges Verhalten in der Selbsthilfegruppe”
Ref.: Gerlinde Pokladek, Dipl. Soz.päd. und Supervisorin
Insgesamt haben 39 Personen, aus 13 verschiedenen Suchtselbsthilfegruppen, am Fortbildungswochenende teilgenommen (23 Männer/16 Frauen).
Die Thematik des Co-abhängigen Verhaltens wurde in den vergangenen Jahren von uns unter verschiedenen Blickwinkeln bearbeitet. Diese Thematik wird häufig im Zusammenhang von Partnerschaften und Familien mit einem Suchtkranken bearbeitet. An diesem Wochenende ging es um die Entstehung und Reflexion dieser Verhaltensstrukturen innerhalb der Suchtselbsthilfegruppen. Nach einem theoretischen Einstiegsvortrag in dem die Merkmale und Besonderheiten von Co-abhängigem Verhalten aufgezeigt wurden erfolgte in verschiedenen Kleingruppen die Auseinandersetzung mit dem Thema.
In der Betrachtung von Co-abhängigen Verhaltensmustern und der Reflexion der Beziehungen innerhalb der Selbsthilfegruppen zeigten sich schnell Parallelen und Anknüpfungspunkte. Den Teilnehmer/innen wurde deutlich wie häufig sich diese Verhaltensmuster nahezu unbemerkt in den Selbsthilfegruppen entwickeln. In einer weiteren Kleingruppenarbeit haben die Teilnehmer/innen Empfehlungen zusammengetragen wie sie sich in ihrer Selbsthilfegruppe vor dem entwickeln von Co-abhängigen Verhaltensmustern schützen können. Diese Kleingruppenergebnisse wurden im Plenum vorgetragen und diskutiert.
Die Erfahrungen der Teilnehmer/innen zeigte wie wichtig dieses Thema auch für Selbsthilfegruppen ist. Die bisherige Betrachtung war meist nur auf Angehörige von Suchtkranken gerichtet, aber durch die genauere Betrachtung haben viele von problematischen Verhaltensweisen aus ihren Gruppen berichten können, die sie bis dato noch nicht mit Co-abhängigkeit in Verbindung gebracht haben. Mit den Informationen und Handlungsansätzen aus dem Wochenende gingen die Teilnehmer/innen gestärkt in ihre Selbsthilfegruppen.