FfS 01/09 “illegale Drogen”
„ILLEGALE DROGEN – HINTERGRÜNDE UND HILFEMÖGLICHKEITEN“
Referent: Dr. Kretschmar Fachklinik Mecklenburg
Insgesamt haben 43 Personen, aus 15 verschiedenen Suchtselbsthilfegruppen am Fortbildungswochenende teilgenommen (28 Männer/15 Frauen).
Dr. Kretschmar brachte aus der Klinik Patienten/innen und eine ehemalige Patientin (Jenny) mit. Vor ca. 8 Jahren begann die Zusammenarbeit mit dem Chefarzt der Fachklinik Mecklenburg Dr. Kretschmar und der Thüringer Landesstelle für Suchtfragen. Ziel der ersten Veranstaltung war es den Mitgliedern der Suchthilfegruppen in Thüringen die Lebenswelt und Problemlage junger Drogenabhängiger zu vermitteln, da in Thüringen Drogenabhängige nur punktuell in Selbsthilfegruppen aufgelaufen waren und sich nicht über längere Zeit bzw. in eigenen Gruppen einbinden ließen.
Die Mitglieder der unterschiedlichen Suchtselbsthilfegruppen wollten sich mit diesem für sie fremden Thema auseinandersetzen. Aus diesem Grund wurde Dr. Kretschmar eingeladen. Um das Wochenende nicht nur theoretisch über die unterschiedlichen Drogen zu referieren bot er an, einige Klienten zum Erfahrungsaustausch mitzubringen.
Seit dieser Veranstaltung nehmen die Klinikpatienten an den Wochenenden teil und ermöglichen in verschiedenen Kleingruppen (ein bis zwei Klinikpatienten pro Kleingruppe) den direkten Erfahrungsaustausch über ihre Drogenkarriere und die Therapieerfahrungen mit den Teilnehmern/innen aus der Suchtselbsthilfe. In diesen Gruppen wird immer wieder deutlich, dass der anfängliche Graben zwischen Drogen- und Alkoholabhängigkeit in der Bewältigung der Sucht für den Einzelnen nicht mehr zählt und im gemeinsamen lernen alle voneinander profitieren.
In den Gruppen konnten Angehörige (Elternkreismitglieder) zum ersten Mal mit einem Betroffenen (Drogenabhängigen) reden der/die nicht das eigene Kind ist. Verhaltenweisen und Handlungen konnten so angesprochen werden ohne das die eigene emotionale Eltern-Kind-Kommunikation den Sachinhalt überlagerte. So erkannten sowohl teilnehmende Eltern als auch Klinikpatienten ganz neue Blickwinkel für ihre eigene Situation bezüglich des Eltern-Kind-Verhältnisses und der Drogenabhängigkeit.
Die anderen Teilnehmer/innen konnten viele Informationen zu den Suchtverläufen Drogen vs. Alkohol besprechen und haben viele Parallelen entdeckt, die es für die Ansprechbarkeit innerhalb einer Alkoholselbsthilfe für Drogenabhängige zu nutzen gilt. Über die Jahre haben sich die verschiedensten Teilnehmer/innen so mit der Thematik Drogenabhängigkeit auseinandergesetzt und Ansätze gefunden, mit den meist sehr jungen (in der Altersgruppe der eigenen Kinder) Drogenabhängigen die Suchtselbsthilfe aufsuchen, eine Gesprächsebene zu finden.